13F-Reports aus dem Q1/2024

13F-Reports aus dem Q1/2024

13 F Reports aus dem Q1/2024 (konzentrierte Portfolien: TOP 5 Positionen)

Quelle: Eigene Darstellung und 13F Reports

Die kürzlich veröffentlichten 13F-Reports zeigen zum Jahresauftaktquartal ein sehr spannendes Bild mit einigen Veränderungen. So kam es im Q1/2024 erneut zu partiellen Gewinnrealisierungen im Big-Tech Bereich (insbesondere Nvidia die über die letzten Quartale sicherlich ein Outperformer waren). Auch ist spannend zu erkennen, was bei Berkshire Hathaway passiert ist, wo zuletzt die Aktivität zurückhaltend war, wie auch ein signifikantes Hochgewichten in Chinaaktien bei Appaloosa Management. Eine Änderung in der Zusammensetzung der 12 Superinvestoren hat sich erstmals ergeben, indem ich Greenlight Capital gegen Himalaya Capital ausgetauscht habe. Himalaya wird seit Jahrzehnten von Li Lu gemanaged, dem auch Charlie Munger bis zu seinem Tod einen großen Teil seines Vermögens anvertraut hat. Der Tausch bedeutet nicht, dass sich etwas in negativem Sinne bei Greenlight Capital (gemanaged von David Einhorn) getan hat, aber aus Gründen der Übersichtlichkeit möchte ich mich auf insgesamt 12 Superinvestoren konzentrieren und Li Lu macht mit einer 100% Gewichtung in insgesamt 5 Aktien hier ein Paradebeispiel. So hat Li Lu auch seit 3 Quartalen nicht eine Änderung vorgenommen, was seinen langfristigen und stoischen Charakter unterstreicht. Umso wichtiger ist es frühzeitig informiert zu sein, wenn sich eine Änderung im Portfolio bei ihm ergibt, die dann meist eine fundamentale Ursache hat und genauer betrachtet werden sollte.

Appaloosa Management Fund

David Tepper hat mit seinem Appaloosa Management Fund im Vergleich zum Q4/2023 erneut einen großen Teil von Meta Aktien verkauft und diesmal zugleich auch Microsoft und Nvidia. Dem Stand allerdings eine Aufstockung von Alibaba um 159% gegenüber, womit Alibaba aktuell die TOP 1 Position bei ihm ausmacht. Das Interesse von Tepper am chinesischen Aktienmarkt ist weiterhin ungebremst, so hat er auch mit Baidu und PDD sein Chinaexposure um 200% erweitert. Diese beiden Position sind jedoch noch nicht in den TOP 5, aber auf einem guten Wege dorthin, wenn sein Interesse auf den immer noch sehr niedrigen Bewertungen im chinesischen Aktienmarkt aufrecht erhalten bleibt. Danach sieht es aber aus, wenn man Teppers Tradingstrategie längere Zeit verfolgt. Kombiniert man noch 2 China ETFs die in seinem Portfolio sich befinden liegt sein Gesamtengagment in Chinaaktien bei aktuell 25%. Am Rande noch zu erwähnen ist, dass sich David Tepper von 80% seine Uber Position getrennt hat, womit insgesamt eine Umschichtung von Techunternehmen aus den USA zu Chinaaktien zu erkennen ist. An den TOP 5 Positionen hat sich ansonsten nichts geändert.

DUQUESNE FAMILY OFFICE

Ein ähnliches Verhalten ist aus den Transaktionen von Stanley Druckenmiller mit seinem Duquesne Family Office abzulesen, wo ebenfalls Nvidia wie auch im Quartal zuvor reduziert wurde. Nur diesmal um 71%. Somit in Nvidia aktuell auf Position 6 in seinem Portfolio und hat die TOP 5 verlassen. Ebenso hatte Druckenmiller auch Nvidia Calls verkauft, welche zuletzt einen Anteil von 7% in seinem Portfolio ausgemacht haben. Microsoft und Coupang bleiben seine beiden größten Positionen. Platz 5 hat jetzt Natera eingenommen, wo der Anteil mehr als verdoppelt wurde. Hier handelt es sich um ein kleineres Diagnostik-Unternehmen mit ca. 13 Mrd. Marktkapitalisierung, welches aktuell noch negative Gewinne und Cash-Flows produziert. Allerdings wird erwartet, dass hier auf dem Wachstumsmarkt für personalisierte Medizin auf Sicht der kommenden Jahre großen Potential besteht, worauf Druckenmiller mit seiner Weitsicht zu setzen scheint. Ein Neuzugang, der aber nicht in den TOP 5 von mir gelistet ist (da es sich um eine Option auf einen Index handelt), sind ein Bestand von Call Option auf den Russell 2000 Index, welche insgesamt 15% seines Portfolios ausmachen.

BERKSHIRE HATHAWAY

Bei Warren Buffett und Co. kam es seit längerer Zeit wieder zu mehr Bewegung, wenn auch die Cashquote immer weiter ansteigt mangels attraktiver Opportunitäten wie Buffett jüngst auf der Hauptversammlung verkünden lies. Aktuell verfügt das Beteiligungskonglomerat mit aktuell ca. 190 Mrd. USD Liquiditätsreserven über eine Rekordsumme. Buffett kümmert das wenig solange er aktuell üppige Zinsen von ca. 5% im 1-2 Jahres-Laufzeitensegment bei US Anleihen erhält. Anteil an der hohen Cashquote hatten auch erstmals Verkäufe von Buffetts größter Position Apple, wo er insgesamt 13% liquidiert hat. So macht Apple aktuell aber immer noch mit 40% den Löwenanteil des Portfolios aus. Auf den Plätzen 5 und 6 befinden sich 2 Ölaktien, wo scheinbar eine Gleichgewichtung angestrebt wird. So kam es erneut zu kleineren Umschichtungen von Chevron zu Occidental Petroleum. In Summe ist er in beide Ölunternehmen mit ca. 11% des Portfolios investiert. Seit wenigen Tagen ist nun auch bekannt, dass Buffett leise und heimlich (unter Hilfe der SEC) eine Position von knapp 7 Mrd. USD bei Chubb Limited (einem Versicherungsunternehmen aus den USA) aufgebaut hat. Um „Frontrunner“ zu vermeiden ist Buffett hier sehr umsichtig vorgegangen und hat dieses Neuinvestment über Quartale aufgebaut und geheim gehalten. Das Investment in Chubb ist jetzt an Platz 9 seines Portfolios. Außerdem hat Buffett sich von Paramount getrennt wo seit Monaten eine Übernahme eingefädelt werden soll durch Shari Redstone (die mehrheitlich seit Jahren die Kontrolle hält), mit bis dato unbekannten Ergebnis. Anscheinend hat Buffett hier ein Übernahmeereignis erwartet, dass so (bislang) nicht eingetreten ist, obwohl immer wieder Gebote im Raum stehen, die überhalb des aktuellen Aktienpreises liegen. So hat Buffett im letzten Quartal fast die komplette Position liquidiert und dabei einen Verlust realisieren müssen. Des Weiteren zu erwähnen, aber bislang keine Position in den TOP 5 ist Liberty Global, wo er verschiedene Aktiengattungen erworben hat. Hier akkumuliert Buffett (oder einer seiner Manager) seit Monaten sukzessive Aktien. Es wird erwartet, dass es auf absehbare Zeit zu einem Tausch von Liberty Global zu Sirius XM Holdings Aktien kommt um die Struktur zu vereinfachen, die dann im Anschluss unter dem Ticker von Sirius XM Holding (SIRI) gemeinsam gelistet werden. Hier wittert Buffett eine Art von „Arbitrage“gelegenheit, weil mit einem solchen Tausch (1:1) es zu einer Neubewertung der Liberty Aktien im Rahmen von Sirius XM Holdings kommen wird. Eine 100% sichere Investition ist es aber nicht, weil theoretisch die neuen (SIRI) Aktien auch abgewertet werden können. Aktuell preist der Markt im Falle eines Tauschs die Liberty Aktien niedriger ein, was Buffett höhst wahrscheinlich auszunutzen plant indem er auf eine Neubewertung mit höherem Niveau spekuliert. Ob es zu einem Tausch der Liberty Aktien gegen SIRI Aktien kommt liegt u.a. auch in den Händen von John Malone der als Hauptanteilseigner beide separat gelisteten Aktien direkt oder indirekt kontrolliert.

HARVARD MANAGEMENT Co.

Nachdem die Harvard Management Co. ihre Position in Meta im Q4/23 signifikant erhöht hat, wurde im Q1/24 die Rolle rückwärts gemacht und die gleiche Aufstockung wieder verkauft. Da die Aktien von Meta im Q1 mit in der Spitze ca. 30% Kursanstieg sehr stark performed haben war dies sicherlich eine opportunistische Maßnahme, da Meta nach wie vor einen Anteil von 26% ausmacht. Währenddessen wurden Alphabet Aktien nochmals aufgestockt um 28%. Diese bilden nun mit 33% die TOP Position bei Harvard. Light and Wonder Aktien wurden auch reduziert um fast 1 Drittel, nach im Q1 ein neues Allzeithoch knapp unter 110,- USD erreicht wurde.

TIGER GLOBAL

Auffällige Veränderungen gab es sonst noch bei Tiger Global, wo ebenfalls Alphabet im Q1/24 signifikant mit gut 150% aufgestockt wurde. Alphabet nimmt nun im Portfolio von Chase Coleman die TOP 3 Position mit 9% Portfolioanteil ein. Ebenso wurde auch die Position in Amazon wie auch im Quartal zuvor erhöht. Take Two ist somit aus den TOP 5 herausgefallen (jetzt auf Platz 6), wurde aber in Summe ebenso aufgestockt im Q1, nur im Verhältnis weniger als Alphabet, die nun einen festen Platz in den TOP 5 eingenommen haben.

Fazit

Es ist klar zu erkennen, dass allgemein weiter an den Big-Tech Titeln festgehalten wird, diese jedoch in der Masse der Superinvestoren analog zum Vorquartal nicht mehr einheitlich gekauft wurden. Vielmehr wurden Gewinne wiederum realisiert (s. Berkshire, Gates, Third Point, Appaloosa und Lone Pine), was zum Jahresauftakt darauf hindeutet, das die Bewertungen sich bereits am oberen Ende befinden (Alphabet scheint hier im Q1 die Ausnahme) und eine Rotation in Aktien mit fundamentaler Unterbewertung aktuell stattfindet, welche auch Gesund ist für die Balance des Marktes (es ist zu erinnern das die sogenannten „Glorreichen 7“ einen historisch überproportional großen Anteil am S&P 500 zuletzt eingenommen haben) und so neue Möglichkeiten für Investoren sich eröffnen. Ich selbst nehme opportun und partiell auch Gewinne bei den sehr gut gelaufenen Big-Tech Titeln mit und schichte die Erlöse aus den Verkäufen in attraktiv bewertete Qualitätsaktien traditioneller Branchen oder auch geographisch nach China um. Hier orientiere ich mich bei meiner Entscheidung und Bewertung ausschließlich am fundamentalen „Alpha-Signal“ meiner eigenen Datenbank für Qualitätsaktien, welche ich über Jahre aufgebaut habe. Das Alpha-Signal zeigt mir regelmäßig an, wie weit eine Aktie über- oder unterbewertet ist, stets unter Berücksichtigung einer angemessenen Sicherheitsmarge.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS

Der vorliegende Inhalt der 13-F Reports dient ausschliesslich allgemeinen Informationszwecken. Die Publikation beinhaltet keine Anlageberatung, Handlungsempfehlungen, Handlungsaufforderungen und / oder Prognosen jeglicher Art. Es werden öffentlich zugängliche Daten und Informationen bereitgestellt, die aus dem persönlichen (subjektiven) Blickwinkel des Autors interpretiert werden. Alle Entscheidungen, die der Leser aus den bereitgestellten Interpretationen, Daten, Informationen und Hinweisen für seine eigenen Entscheidungen ableitet, sollten vorab mit einem fachkundigen Berater abgestimmt werden. Der Leser handelt bei jeder Entscheidung auf eigenes Risiko. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit des vorliegenden Inhaltes dieser Publikation wird keine Verantwortung oder Haftung übernommen.

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