Rückblick auf das erste Halbjahr 2025: Was Anleger aus Europa wissen sollten!

1. Der schwächelnde US-Dollar – und was das für Euro-Anleger bedeutet

Im ersten Halbjahr 2025 hat der US-Dollar rund 15 % an Wert verloren. Für europäische Anleger klingt das zunächst nach einem guten Wechselkurs – tatsächlich aber mindert das die Rendite von US-Aktien. Ein Beispiel: Microsoft stieg in Dollar gerechnet um 18 %, doch umgerechnet in Euro blieben davon nur 3 % übrig. Diese Dollar-Schwäche ist keine Ausnahme, sondern eher eine Korrektur nach Jahren der Dollar-Stärke, als der Euro fast nur einen Dollar wert war. Historisch betrachtet liegt der Kurs jetzt wieder im langfristigen Durchschnitt.

Quelle: https://finviz.com/forex_charts.ashx?t=EURUSD&p=m

2. Währungsrisiko: Absichern oder einfach aushalten?

Währungsabsicherungen sind teuer – aktuell kosten sie rund 2 % Rendite pro Jahr. Für private Anleger lohnt sich das selten, weil Wechselkurse kaum zuverlässig vorherzusagen sind. Statt auf Absicherung zu setzen, ist es oft klüger, sich auf das zu konzentrieren, was man wirklich bewerten kann: das Geschäftsmodell, das Management und die langfristige Ertragskraft eines Unternehmens.

Währungsschwankungen gleichen sich über Jahre oft wieder aus – daher macht es Sinn, sie im Gesamtportfolio einfach zu akzeptieren. Wer in den letzten Jahren US-Aktien gehalten hat, profitierte zusätzlich von der damaligen Dollar-Stärke. Heute sieht das Bild eben umgekehrt aus.

3. Politik, Fed und das sinkende Vertrauen in den Dollar

Neben wirtschaftlichen Faktoren belasten zuletzt (und medial verstärkt) auch politische Unsicherheiten den Dollar. Donald Trump greift offen die Notenbank Fed an, spricht über eine mögliche Ablösung von Notenbankchef Jerome Powell – obwohl dessen Amtszeit noch läuft – und bringt damit das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Geldpolitik ins Wanken.

Gleichzeitig ist der US-Staatshaushalt massiv unter Druck: Allein die Zinsausgaben liegen bei etwa einer Billion Dollar – so viel wie das gesamte Verteidigungsbudget. Kein Wunder also, dass viele Investoren aktuell skeptisch gegenüber dem Dollar sind – so skeptisch wie seit 20 Jahren nicht mehr.

4. KI-Hype und Marktkonzentration: Alles hängt an wenigen Tech-Giganten

An der Börse dreht sich aktuell fast alles um künstliche Intelligenz. Und die Gewinne verteilen sich sehr einseitig: 5 große US-Tech-Unternehmen – darunter Microsoft, Nvidia und Amazon – sollen 2026 rund 25 % aller Gewinne im S&P 500 ausmachen.

So nehmen die TOP 5 des S&P500 schon heute knapp 29% der Marktkapitalisierung ein und antizipieren diese Entwicklung. Ein Rekordwert der zuletzt vor gut 60 Jahren gemessen wurde.

Vor allem Nvidia sticht heraus: Das Unternehmen könnte bald der profitabelste Konzern der Welt sein. Doch das birgt Risiken: Wenn der KI-Investitionsboom nachlässt, wären solche Firmen besonders betroffen – Nvidia etwa erzielt heute weit mehr als 90 % seines Umsatzes mit KI-Hardware.

5. KI-Milliarden: Wird daraus ein tragfähiges Geschäftsmodell?

Große Tech-Firmen (Alphabet, Meta, Microsoft & Amazon in erster Linie) stecken derzeit enorme Summen in den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur – rund 330 Mrd. USD allein dieses Jahr. Aber: Noch fehlt es an stabilen Geschäftsmodellen, die wirklich dauerhaft Geld mit KI verdienen. Vieles ist noch experimentell.

Zudem sind viele Gewinne durch sogenannte Aktienvergütungen geschönt. Diese Form der Bezahlung verwässert den Gewinn – bei einigen Firmen macht sie über 20 % des Ergebnisses aus. Anleger sollten daher nicht nur auf Zahlen schauen, sondern auf die Qualität der Gewinne, Cashflows und Managemententscheidungen.

6. Chancen jenseits von Big Tech: Jetzt wieder auf Substanz achten

Während KI und Tech-Firmen im Rampenlicht stehen, geraten andere Sektoren in Vergessenheit – phasenweise zu Unrecht. Qualitative Unternehmen aus Bereichen wie Konsum, Gesundheit oder Luxusgüter sind aktuell aus meiner Perspektive günstig bewertet und bieten zugleich eine auskömmliche Sicherheitsmarge.

Firmen wie PepsiCo, Chubb, LVMH oder Merck & Co. bieten beispielsweise heute gute Einstiegschancen – gerade für langfristige Anleger, die antizyklisch und unabhängig vom Hype denken.

Fazit: Wie ich mein Depot für das zweite Halbjahr 2025 aufstelle

Mein Fokus bleibt gleich: Ich investiere gezielt in 5 bis 10 Unternehmen, die ich qualitativ und fundamental als besonders attraktiv bewerte.

Aktuell habe ich bei stark gestiegenen Tech-Werten wie Nvidia, Amazon oder Lam Research Gewinne realisiert – teils mit +50 % in wenigen Monaten. Dank meiner Spardosen GmbH kann ich diese Gewinne fast steuerfrei umschichten und neu investieren – vor allem in defensive, unterbewertete Unternehmen, wo das Chance-Risiko Verhältnis in meinen Augen derzeit attraktiver ist.

Trotz der aktuellen Dollar-Schwäche bleibe ich meiner Strategie treu: Ich bewerte Unternehmen nach Qualität, Cashflow und Gewinnen – nicht nach kurzfristigen Trends, Narrativen (Momentum) oder Währungsschwankungen.

Wer meine rational ausgerichteten Analysen und konkreten Portfolioentscheidungen live mitverfolgen möchte, kann meine Plattform „Alpha-Signal“ jetzt 30 Tage lang für nur 1 Euro testen.

Dieser Artikel beinhaltet keine Anlageberatung, Handlungsempfehlung und/oder sonstige Prognose. Es werden öffentlich zugängliche Daten und Informationen bereitgestellt, die so objektiv wie möglich aus dem persönlichen Blickwinkel des Autors interpretiert und verarbeitet werden. Jegliche Bewertungen und Berechnungen hat der Autor nach bestem Wissen und Gewissen selbst erstellt, kann jedoch für die Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Ergebnisse sowie Berechnungen und angegebenen Links keine Verantwortung oder Haftung übernehmen. Alle Entscheidungen, die der Leser aus den bereitgestellten Schlussfolgerungen, Interpretationen, Informationen und Hinweisen für seine eigenen Entscheidungen ableitet, sollten vorab mit einem fachkundigen Anlageberater abgestimmt werden. Die hier angebotenen Inhalte dienen ausschließlich zu Anschauungszwecken und sind keinesfalls als Handlungsaufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Wertpapieren zu verstehen. Alle eventuell vorkommenden Schlussfolgerungen dienen lediglich als Entscheidungshilfe. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keinen zuverlässigen Indikator für die zukünftige Entwicklung dar. Aktien können im Wert fallen, selbst ein Totalverlust ist nicht ausgeschlossen. Sollte der Leser sich die Inhalte und Handlungen des innerhalb des Musterportfolios zu eigen machen, nutzen oder etwaigen Meinung des Autors folgen, so handelt er eigenverantwortlich, in voller Kenntnis aller verbundenen Gefahren und Risiken. Unter Beachtung potenzieller Interessenkonflikte wird vorsorglich darauf hingewiesen, dass jederzeit Aktien, Optionen oder Derivate am vorgestellten Unternehmen vom Autor selbst gehalten, gekauft oder verkauft werden können.

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