10 Lektionen zum Konzept der „Sicherheitsmarge“ nach Benjamin Graham

Im vielzitierten und äußerst angesehenen Buch „The Intelligent Investor“ von Benjamin Graham, einem der Pioniere des Value-Investing, wird das Konzept der „Margin of Safety“ (Sicherheitsmarge) im Kapitel 20 ausführlich beleuchtet. Die Idee hinter der Margin of Safety besteht darin, Aktien zu einem Preis zu kaufen, der unterhalb ihres inneren / intrinsischen (fairen) Werts liegt, um sich vor möglichen Verlusten zu schützen. In 10 wertvollen und kompakten Wissenslektionen möchte ich dieses Konzept nach Benjamin Graham in einfachen Worten erläutern:

Benjamin Graham betont die Wichtigkeit einer Sicherheitsmarge beim Kauf von Aktien. Die Sicherheitsmarge besteht darin, Aktien zu einem Preis zu kaufen, der deutlich unter ihrem inneren Wert liegt, um unvorhergesehene Risiken und Schwankungen des Marktes auszugleichen, aber auch um die eigene Fehlbarkeit zu kompensieren falsche Annahmen bei der Bewertung zu treffen. Man sollte daher auch stets konservativ vorgehen bei der Berechnung des inneren Werten (z.B. moderate Wachstumsraten, höhere Finanzierungskosten, historische bzw. tatsächliche Gewinne und Cash-Flows und insbesondere vermeiden zu optimistische Erwartung über die Zukunft zu treffen). Wie hoch konkret die MoS sein sollte spezifiziert Graham hierbei nicht. Das ist wiederum abhängig von der individuellen Kompetenz den inneren Wert zu bestimmen. Ich persönlich orientiere mich an einer Sicherheitsmarge von ~25% im Durchschnitt.

Die Margin of Safety bietet einen Schutz vor Verlusten bei unerwarteten Markt- oder Unternehmensänderungen. Indem Anleger Aktien zu einem deutlichen Abschlag zum inneren Wert kaufen, minimieren sie zugleich das Risiko, Geld zu verlieren, wenn die Preise fallen. Eine Sicherheitsmarge dient zudem dazu, dass man in der Bewertung des inneren Wertes Fehler macht z.B. bei den Annahmen (was auch normal ist, da niemand eine Glaskugel hat bzw. die Zukunft mit Präzision vorhersehen kann). Um mit dieser Fehlertoleranz umzugehen bedarf es daher eines zusätzlichen Preispuffers (einer Sicherheitsmarge). Hier ist es wichtig zu betonen, Verluste zu minimieren wozu die Margin of Safety dient. Denn wer 50% verliert benötigt 100% um die verlorenen 50% wieder aufzuholen. Je mehr man verliert, desto mehr Gewinn benötigt man auch um diesen Verlust wieder aufzuholen.

Folgende Grafik veranschaulicht diesen Effekt:

Graham weist darauf hin, dass es im Markt immer Unsicherheiten und Volatilität geben wird. Die Sicherheitsmarge dient dazu, Anleger vor diesen Unsicherheiten zu schützen und ihnen eine bessere Chance auf langfristigen Erfolg zu bieten.

Der Kauf zu einem Preis, der unter dem tatsächlichen Wert liegt, ist ein wesentlicher Aspekt des Value-Investing. Ein kluger Investor erkennt den Unterschied zwischen dem aktuellen Preis einer Aktie und ihrem wahren inneren Wert. Der Preis ist das was man zahlt und der Wert ist das was man erhält.

Folgende Grafik veranschaulicht dieses Aspekt aus dynamischer Perspektive:

Das Konzept der Sicherheitsmarge ermutigt Anleger, emotionsgesteuerte Entscheidungen zu vermeiden. Wenn Aktien zu einem angemessenen Preis gekauft werden, können Marktschwankungen und Panikverkäufe besser bewältigt werden, da man sich bewusst ist über den tatsächlichen Wert und somit mehr Vertrauen hat in seine Entscheidung.

Die Sicherheitsmarge fördert das Prinzip der Geduld und Langfristigkeit. Investoren, die Aktien zu niedrigeren oder fairen Preisen kaufen, sind eher bereit, über längere Zeiträume zu halten und von den langfristigen Wachstumschancen zu profitieren.

Mit einer ausreichenden Sicherheitsmarge sind Anleger weniger anfällig für kurzfristige Marktstimmungen oder Hypes. Sie können ruhig bleiben, selbst wenn der Markt volatil ist.

Das Konzept der Sicherheitsmarge zwingt Investoren dazu, das Geschäftsmodell und die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens gründlich zu analysieren, um den inneren Wert zu bestimmen. Eine Bewertung des inneren Wertes ist folglich unabdingbar für die Berechnung und Festlegung einer minimalen Sicherheitsmarge.

Graham ermutigt dazu, spekulative Investitionen zu vermeiden und stattdessen in solide Unternehmen mit einer ausreichenden Sicherheitsmarge zu investieren. Der Spekulant kauft seiner Meinung ohne Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge, während der Investor hier stets besonnen und kalkulierend vorgeht und seine Sicherheitsmarge wohl definiert in Abhängigkeit des Unternehmens und dessen Qualitäten.

Graham erwähnt, dass das Hauptrisiko eines Investors weniger ist „high quality“ Unternehmen zu teuer einzukaufen (was natürlich auch vermieden werden sollte indem man stets eine Sicherheitsmarge einkalkuliert und den inneren Wert quantifizieren kann). Das größte Risiko besteht vielmehr darin „low quality“ Unternehmen zu kaufen und diese zu einem teueren Preis, weil oftmals schlechte Unternehmen während einer wirtschaftlich starken Phase mit einhergender Euphorie der Marktteilnehmer dazu verleitet einen zu hohen Preis zu zahlen. Je schlechter das Unternehmen desto größer der anschließende Verlust!

Diese 10 – sehr wichtigen und zeitlosen – Lektionen von Benjamin Graham betreffen das Konzept der Sicherheitsmarge (Margin of Saftety) die darauf abzielt, Investoren vor Verlusten zu schützen und langfristige finanzielle Sicherheit zu gewährleisten. Diese Prinzipien des Value-Investing sind zeitlos und bieten Anlegern eine strategische Grundlage, um kluge Entscheidungen im Aktienmarkt zu treffen. In seinem Buch „Intelligent Investieren“(auf English „The Intelligent Investor“) führt er viele Beispiele zu diesem wichtigen Thema im Kapital 20 an, welche sich sehr lohnen im Original nachzulesen.

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