13F-Reports aus dem Q4/2024

13 F Reports aus dem Q4/2024 (konzentrierte Portfolien: TOP 5 Positionen)

Quelle: Eigene Darstellung und 13F Reports

Im Q4/2024 kam es neben einem allgemeinen Abbau von Exposure (Gewinnmitnahmen) wiederholt zu selektiven Umschichtungen in den Portfolios – ein Trend, der sich bereits im gesamten Jahr 2024 bei den Superinvestoren abgezeichnet hat. Gemeint ist hier eine Sektorrotation: Big-Tech- und Mega-Cap-Aktien aus den USA wurden zugunsten traditioneller Branchen reduziert.

Von den sogenannten „Mag-7“ (über die mittlerweile kaum noch gesprochen wird) ist Meta nach meiner Interpretation die einzige Ausnahme. Der Aufwärtstrend des Kurses setzt sich auch weiterhin (ungebrochen) fort, und die Aktie erreicht regelmäßig neue Allzeithochs. Meta wurde somit in Summe auch nicht verkauft, sondern tendenziell weiter ausgebaut.

Amazon, Microsoft und Nvidia werden hingegen in den Top 5 der Superinvestoren deutlich kleiner gehalten als noch zu Jahresbeginn 2024. Teilweise wurden diese Positionen komplett aufgelöst oder so stark reduziert, dass sie sich bei einigen Investoren nicht mehr in den Top 5 befinden.

Alphabet stellt aufgrund der attraktiven fundamentalen Bewertung (s. auch das Alpha-Signal) eine weitere Ausnahme dar, wobei die Meinungen im Q4 gespalten waren: Während einige Superinvestoren drastisch reduziert haben (Tweedy Browne und Harvard), halten andere unverändert an der Position fest (Pershing, Himalaya und Baupost). Insgesamt bleibt Alphabet jedoch weiterhin die wohl dominierende Big-Tech-Aktie in den Portfolios meiner Superinvestoren, was sich aufgrund der fundamentalen Bewertung nachvollziehen lässt.

Appaloosa Management Fund

Wie bereits in den letzten Quartalen erhöhte David Tepper erneut seinen Anteil an China-Aktien. Seine Top-1-Position ist weiterhin Alibaba, während JD.com zu seinen Top-5-Positionen gehört. Gleichzeitig realisiert er weiterhin Gewinne bei Amazon. Seine drei größten China-Positionen sind aktuell Alibaba, PDD Holdings und JD.com, die zusammen 30 % seines Portfolios ausmachen. Big Tech wurde insgesamt weiter reduziert: Tepper hat Oracle, Meta, Adobe, Amazon und TSMC teilweise verkauft, um Gewinne mitzunehmen. Vistra Energy hat er verdoppelt, wodurch die Position nun dieselbe Größe wie JD.com (Top 5) erreicht hat.

Sein gesamtes China-Exposure bleibt mit knapp 40 % der dominierende Portfolioanteil, womit er sich von allen anderen Superinvestoren eindeutig abhebt.

DUQUESNE FAMILY OFFICE

Wie bereits in den letzten Quartalen erkennbar war, hat Stanley Druckenmiller seine Top-5-Positionen fast vollständig umgestellt. Aktuell ist die weniger bekannte Natera mit 15 % Portfolioanteil nach wie vor seine neue Top-1-Position. Von Coupang trennte er sich weiterhin schrittweise – auch im Q4. Seine frühere Top-1-Position ist mittlerweile auf Platz 5 zurückgefallen.Dafür hat er mit Teva, einem Pharmavertrieb für Generika, einen neuen Wert in die Top 4 aufgenommen.Zum Jahresbeginn 2025 ist sein Portfolio somit klar auf die Themen Gesundheit und Industrie ausgerichtet – und damit insgesamt für 2025 defensiv positioniert.

BERKSHIRE HATHAWAY

Die Transaktionen von Berkshire Hathaway (Warren Buffett) waren für mich erneut aussagekräftig. Buffett hat seine Cash-Position weiter ausgebaut, die nun vermutlich bei über 330 Mrd. USD (Stand Ende Q3/2024) liegt (offizielle Zahlen liegen Stand heute noch nicht vor) – ein klares Zeichen für seinen anhaltenden Nettoabbau von Exposure. Ein für mich eindeutiger Schritt war erneut der Verkauf eines bedeutenden Anteils an der Bank of America, was darauf hindeutet, dass er sich zunehmend von Finanztiteln verabschiedet. Parallel dazu wurden in diesem Sinne auch Citigroup, Capital One (COF) und Nu Holdings reduziert, wobei letztere keine wesentliche Position im Portfolio darstellte. Apple hingegen wurde im Q4 nicht weiter verkauft. Nachdem Buffett über die letzten Quartale bereits 50 % seiner mit Abstand größten Position abgebaut hat, blieb der Bestand in jüngsten Quartal unverändert.

TWEEDY BROWNE

Tweedy Browne hat sein Portfolio weiterhin signifikant verkleinert und Gewinne realisiert. Als wertorientierte Investoren scheint das Management angesichts der hohen Bewertungen am US-Markt gezielt Exposure reduziert zu haben. Besonders auffällig waren dabei die deutlichen Verkäufe von Berkshire Hathaway und Alphabet. Bei Verkäufen kann ich auf aktuellen Preisniveaus anhand des negativen bzw. neutralen Alpha-Signals meiner Datenbank fundamental nachvollziehen.

PERSHING SQUARE

Ein besonderer Blick gilt der Portfolioallokation von Pershing Square (Bill Ackman): Ackman hat – wie bereits im vorherigen Quartal – seine Top-5-Positionen neu aufgestellt.

  • Alphabet bleibt seine Top-1-Position.
  • Die kanadische Brookfield Corporation, einer der weltweit größten Infrastrukturinvestoren im Private-Equity-Bereich, belegt Platz 2.
  • Auf Platz 3 folgt das Immobilienkonglomerat Howard Hughes.

Am 13. Januar 2025 hat Bill Ackman, CEO von Pershing Square Capital Management, ein Übernahmeangebot für Howard Hughes Holdings Inc. (HHH) unterbreitet. Pershing Square, das bereits etwa 38 % der HHH-Aktien besitzt, plant, seinen Anteil durch den Kauf von zusätzlichen 11,8 Millionen Aktien zu je 85 US-Dollar auf bis zu 69 % zu erhöhen. Dieses Angebot liegt 18 % über dem Schlusskurs der HHH-Aktie vom vorherigen Handelstag.

Ackmans Ziel ist es, HHH in eine diversifizierte Holdinggesellschaft nach dem Vorbild von Berkshire Hathaway zu verwandeln. Er schlägt vor, HHH mit einer neu gegründeten Tochtergesellschaft von Pershing Square zu fusionieren, wobei die bestehenden Mitarbeiter und das Management von HHH ihre Positionen behalten sollen. Ackman selbst würde die Rolle des CEO der neuen Holdinggesellschaft übernehmen.

Das Board of Directors von Howard Hughes hat bestätigt, dass es das unaufgeforderte Übernahmeangebot erhalten hat, und einen Sonderausschuss aus unabhängigen Direktoren gebildet, um das Angebot zu prüfen. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass es keine Garantie dafür gibt, dass die vorgeschlagene Transaktion oder eine andere strategische Alternative umgesetzt wird.

Einige Aktionäre und Analysten äußerten Bedenken, dass das Angebot den tatsächlichen Wert von HHH unterschätzen könnte. Schätzungen zufolge liegt der innere Wert des Unternehmens bei etwa 112,35 US-Dollar pro Aktie, was deutlich über dem Angebotspreis von 85 US-Dollar liegt.

Derzeit befindet sich das Angebot in der Prüfungsphase durch den Sonderausschuss von Howard Hughes, und es wurden noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen.

Auf Platz 4 und 5 in Ackmans Portfolio stehen weiterhin seine langjährigen Investitionen in die Restaurantketten Chipotle und Restaurant Brands.

Im Q4 reduzierte er erneut seine Beteiligungen an Hilton und Chipotle. Interessanterweise sind die Positionen 3 bis 8 in seinem Portfolio nahezu gleichgewichtet mit jeweils ca. 10–12 %, was ihnen ein erhebliches Gewicht verleiht.

Fazit

HAFTUNGSAUSSCHLUSS

Der vorliegende Inhalt der 13-F Reports dient ausschliesslich allgemeinen Informationszwecken. Die Publikation beinhaltet keine Anlageberatung, Handlungsempfehlungen, Handlungsaufforderungen und / oder Prognosen jeglicher Art. Es werden öffentlich zugängliche Daten und Informationen bereitgestellt, die aus dem persönlichen (subjektiven) Blickwinkel des Autors interpretiert werden. Alle Entscheidungen, die der Leser aus den bereitgestellten Interpretationen, Daten, Informationen und Hinweisen für seine eigenen Entscheidungen ableitet, sollten vorab mit einem fachkundigen Berater abgestimmt werden. Der Leser handelt bei jeder Entscheidung auf eigenes Risiko. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit des vorliegenden Inhaltes dieser Publikation wird keine Verantwortung oder Haftung übernommen.

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