13F-Reports aus dem Q4/2023
Eine Erklärung was sind die 13F-Reports findest Du in meinem anderen Artikel: Die 13F-Reports erklärt: Einblick zu den Superinvestoren
13 F Reports aus dem Q4/2023 (konzentrierte Portfolien: TOP 5 Positionen)

Quelle: Eigene Darstellung und 13F Reports
Die jüngsten 13F-Reports zeigen im Vergleich zum Vorquartal ein interessantes Bild. So kam es im Q4/2023 zu selektiven Umschichtungen und Gewinnrealisierungen.
Appaloosa Management Fund

So hat David Tepper mit seinem Appaloosa Management Fund im Vergleich zum Q3/2023 einen Teil von Meta verkauft, dafür aber Microsoft und Amazon im gleichen Maße gekauft. Außerdem auffällig ist ein größerer Teilverkauf von Nvidia i.H.v. 23% und eine Aufstockung von Alibaba um 21%. Das Interesse von David Tepper am chinesischen Aktienmarkt ist weiterhin zu erkennen, nur hat er sich von 2 anderen Chinaaktien (PDD und JD.com) getrennt bzw. die Gewichtung stark reduziert. Er scheint aktuell auf eine Renaissance des chinesischen Aktienmarktes über Alibaba (den einstigen Superstar im eCommerce Bereich) zu setzten, welche sich auf dem niedrigsten Preisniveau befindet seit ca. 10 Jahren. Nachdem die chinesische Regierung Anfang 2024 einen Stimulus (verbal) von 300 Milliarden USD (Aktienkäufen) angekündigt hat, scheint Tepper wieder einmal mit seinem antizyklischen Ansatz richtig zu liegen.
DUQUESNE FAMILY OFFICE

Ein ähnliches Verhalten ist aus den Transaktionen von Stanley Druckenmiller mit seinem Duquesne Family Office abzulesen, wo ebenfalls Nvidia (als seine Top 1 Position) um 30% reduziert wurde. Im Gegenzug wurde dafür die Position in Teck Resources um 35% ausgebaut (ein tendenziell defensiver Wert aus dem Rohstoffbereich mit großem Fokus auf der Kupferproduktion), was zu Druckenmillers optimistischen Ausblick für dem Kupferpreis passt, wo er in Zukunft ansteigende Knappheiten (Nachfrage > Angebot) erwartet. Außerdem baute Druckenmiller seine Position in Microsoft aus sowie dem eCommerce Unternehmen Coupang aus Südkorea, woran er bereits schon seit einigen Quartalen festhält. Bislang tendiert die Aktie seitwärts seit knapp 2 Jahren und bildet einen Boden aus. Druckenmillers Überzeugung scheint somit nach wie vor ungebremst in diesem verhältnismäßig noch sehr jungen aber stark wachsenden Unternehmen aus dem asiatischen eCommerce Bereich.
Tweedy Brown

Eine weitere große Veränderung ergab sich bei Tweedy Brown, die seit längerer Zeit einmal wieder eine signifikante Änderung in deren TOP 5 vorgenommen haben. So reduzierte man Alphabet um 25% (welche jedoch immer noch die zweitgrößte Position mit 16% ausmacht) kaufte jedoch mit einer Anteilsverdopplung die FMC Corp. in die TOP 5. FMC befindet sich seit Ende 2022 im freien Fall, wo bis dato über 60% an Wert vernichtet wurden. Tweedy, die auch als opportunistische aber sehr besonnene Value Investoren gelten, scheinen hier auf dem aktuellen Preisniveau jedoch eine Kaufgelegenheit zu wittern. Sicherlich eine Opportunität, welche man sich als Langfristinvestor und Antizykliker näher anschauen sollte.
HARVARD MANAGEMENT Co.

Große Ausnahme hier ist die Harvard Management Co., welche Ihre beiden größten Positionen (Meta und Alphabet) nochmals signifikant erhöht haben (um 35% und 56%!), was für eine große Überzeugung (in Summe machen diese beiden Titel 70% des Portfolios aus!) spricht, dass diese beiden Big-Tech Titel auch weiterhin dominieren werden.
Berkshire Hathaway

Eher unauffällig aber dennoch erwähnenswert ist, dass weiter zurückhaltende Anlageverhalten von Berkshire Hathaway (BH). Der Cashbestand von BH befindet sich auch Ende Q4/2023 auf Rekordniveau. Nichtsdestotrotz hatte Berkshire H. auch im Dezember des Q4/2023 einen Teil eigener Aktien erneut zurückgekauft, womit die eigene Aktie entsprechend im Q4/2023 unter dem „intrinsischen Wert“ notiert haben sollte, da Warren Buffett grundsätzlich eigene Aktien dann zurückkauft, wenn es sich für die Aktionäre auch lohnt. Ebenso hat BH (um es vorwegzunehmen auch im Januar und Februar weiter eigene Aktien zurückgekauft und das trotz einem All-Time-High nach dem anderen!). Neben Käufen eigener Aktien kam es zu einem weiteren Ausbau im Ölbereich wo Warren Buffett weitere Positionen bei Chevron und Occidental Petroleum akkumuliert.
Fazit
Es ist klar zu erkennen, dass allgemein weiter an den Big-Tech Titeln festgehalten wird, diese jedoch in der Masse der Superinvestoren erstmals nicht einheitlich und wenn dann unwesentlich gekauft wurden. Vielmehr wurden Gewinne tendenziell eher realisiert (s. Tweedy B., Third Point, Tiger Global und Baupost), was zum Jahresende auch nicht unüblich ist.
HAFTUNGSAUSSCHLUSS
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